Samstag, 23. Januar 2016

Monat #10: 300 Tage seit dem Abflug

300 Tage. Gar nicht mehr lange, dann werden es 365 Tage sein. Ziemlich verrueckt, vor allem, weil es mir teilweise gar nicht lang vorkommt. Andererseits ist es eine Ewigkeit, ich kann mir kaum vorstellen, dass ich vor einem Jahr noch jeden Tag ueber der Bachelorarbeit gesessen habe und nebenbei zwei Jobs hatte. Warnung: viele Fotos!

Der Januar hier ist gar nicht soo leer wie wir dachten, wir hatten eine grosse Konferenz hier die letzte Woche und wir haben irgendwie doch schon wieder sechs Tage hintereinander gearbeitet. Es waren aber bis auf zwei keine besonders anstrengenden Tage, also schon okay. Trotzdem hatten wir Zeit, ein bisschen draussen unterwegs zu sein. Momentan findet hier Jasper in January statt, ein Festival mit Essen, Trinken und Aktivitaeten draussen - knapp drei Wochen lang. Wir waren beim Winterstruck am Pyramid Lake, wo es unter anderem auch sugar on snow gab, eine Spezialitaet aus Quebec. Leider nicht so gutes Wetter, aber es war ein schoener 'Familienausflug'. Am Freitag Abend waren wir noch in einem Club, wo es Livemusik gab, das ist hier leider ziemlich selten. Die Band war gar nicht so schlecht, Indie Rock und die Dorfbewohner haben sowieso so richtig gefeiert.

Mittwoch waren wir auch feiern - wahrscheinlich nicht die beste Idee, da wir donnerstags arbeiten mussten. Hat weniger Spass gemacht morgens, obwohl wir die Spaetschicht hatten. Auch ein Grosseinkauf in Hinton stand auf dem Programm, wahrscheinlich zum letzten Mal vor Maerz.

Mitte Januar hatte eine Freundin von uns, Misaki, Geburtstag. Wir haben sie mit einem Fruehstueck ueberrascht und sind dann zum Maligne Canyon gefahren. Falls ihr euch erinnert, ich war im Oktober schon mal dort.  Jetzt ist allerdings alles zugefroren und man kann in den Canyon rein, die Wasserfaelle sind eingefroren und es ist wunderschoen dort. Ein paar von uns sind sogar in eine Hoehle geklettert, was echt ein bisschen gruselig war, weil man mehrere Meter auf dem Bauch robben musste. Die Schmerzen am naechsten Tag waren es aber wert, es war ein unglaubliches Gefuehl, da in einer Hoehle mitten im Berg zu stehen. Aber auch der Rest des Canyons war atemberaubend, hinter den Wasserfaellen, ueber das Eis - ein total schoener Tag. Abends waren wir dann auch noch Essen. Leider verlaesst uns Misaki Ende des Monats, von daher war das noch mal wirklich schoen.

Im Februar kommt mich uebrigens meine Freundin besuchen - ich freue mich riesig darauf! War eine ziemlich spontane Aktion, die in einem dreistuendigen Skypegespraech geplant wurde.
Die Deutschen! (im Maligne Canyon)



Beim Reinkrabbeln in die Hoehle

Sophia balanciert auf dem Wasserfall



Winterstruck am Pyramid Lake




Sugar on snow





Der suesseste Hund ueberhaupt in einem der Gaestezimmer

Also manche Gaeste..

Die Katze hatte leider jeden Tag solche Angst vor mir, dass sie sich immer versteckt hat

Tupelo Honey im Atha-B

Geburtstagsfruehstueck fuer Misaki!





Misaki und ich in der Hoehle

Nachdem uns ein Typ hinterher geklettert ist, weil er dachte wir haetten einen Tourguide dabei, hat er wenigstens noch ein Foto von uns Mutigen gemacht

"Strike a pose"

Deutsch-australische Gruppe beim Winterstruck (vorne mit Ash und Peta)





Samstag, 9. Januar 2016

2016

Neues Jahr, neues Glueck. Oder so.. 2015 war so ein gutes Jahr, so abwechslungsreich, spannend und voller neuer Erfahrungen, dass es nicht einfach sein wird fuer 2016, da auch nur ansatzweise ranzukommen. Da ich aber ein durchaus positiver und optimistischer Mensch bin, gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass auch 2016 tolle Abenteuer fuer mich bereit haelt.

Das Reinfeiern hat schon mal gut angefangen. Wir haben hier vorgefeiert und noch nachtraeglich Secret Santa gemacht (thanks Ash for the lovely bear and hot chocolate!), und dann haben wir in einem Club in der Stadt auf das neue Jahr angestossen, Wunderkerzen angezuendet und am naechsten morgen schoen verkatert gearbeitet. Die anstrengenden Arbeitswochen sind damit auch erst mal vorbei, wir haben jetzt mehr Freizeit wieder und koennen das wunderschoene (wenn auch extrem kalte!) Winterwetter geniessen.

2016 - was erwarte ich? 

Reisen. Da ich noch mitten in dieser grossen Reise bin, wird natuerlich auch 2016 voller neuer Ziele und Trips sein. Die naechsten Monate verbringe ich noch hier, aber danach geht es weiter durch Alaska, British Columbia, Neuseeland und schliesslich Thailand. Ach ja, und Deutschland!

Zuhause. 2016 komme ich zurueck nach Hause. Dass "Zuhause" fuer mich nicht so einfach zu definieren ist, wissen viele, die mich kennen. Ich werde aber zurueck in mein deutsches Zuhause kommen dieses Jahr, zuerst zu meinen Eltern, dann in mein geliebtes Hamburg. Zurueckkommen ist nie einfach, letztes Mal hatte ich grosse Probleme, mich wieder einzuleben. Dieses Mal bin ich ein ganzes Stueck aelter und habe auch mehr Erfahrung damit, deshalb hoffe ich, dass ich das besser hinkriege.

Arbeit. Momentan habe ich noch einen festen Job, aber das wird sich in ein paar Monaten aendern. Wenn ich zurueck in Deutschland bin, habe ich keine Ausrede mehr - dann ist es Zeit, fuer einen festen Job in dem Feld, in dem ich auch studiert habe. Ich kann noch nicht einschaetzen, wie schwierig oder leicht das ist, ich bin noch nicht mal ganz sicher, fuer was ich mich ueberhaupt bewerben will. Das wird noch eines spannende Zeit.

Freunde. Ich habe hier so viele neue Freunde gefunden, ich werde versuchen, diese Freundschaften 2016 aufrecht zu erhalten. Mit meinen Freunden aus Deutschland schaffe ich das momentan ganz gut, glaube ich, ich schreibe regelmaessig und bekomme in 99% der Faelle auch Antworten. Ein paar Freunde haben mir sogar Post geschickt, Briefe oder ganze Pakete. Eine sehr gute Freundin, Tina, wird mich im Februar besuchen - ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue! Kurz danach werden meine Eltern hier auftauchen und wir fahren zusammen in den Banff National Park, auch darauf freue ich mich total.

2016 wird sicher auch Hindernisse und Schwierigkeiten mit sich bringen, aber das ist okay so. Ich freue mich auf die naechsten 12 Monate!

Die Person, mit der ich auch einen Grossteil von 2016 verbringen werde - Stine

Silvester mit Charlotte, Ash, Sophia, Stine, Emma und Julia (die es leider nicht aufs Foto geschafft hat)

Weihnachtskarte von Gaesten




Wir haben uns eine Kochplatte gekauft, ihr glaubt gar nicht, wie gluecklich wir darueber sind!


Secret Santa Geschenke von Ash

Donnerstag, 31. Dezember 2015

2015

Mein Leben vor genau einem Jahr koennte gegensaetzlicher zu jetzt nicht sein. Statt im 4000 Einwohner Dorf habe ich in der Millionenstadt Hamburg gewohnt, statt in einem Zimmer mit einer Freundin auf einem Gang mit zwanzig anderen Maedchen hatte ich meine eigene Wohnung, statt im Housekeeping habe ich in der Arena und bei einer Beratungsstelle gearbeitet. Statt freien Tagen habe ich meine Bachelorarbeit geschrieben. Wenigstens das Silvesterwetter war aehnlich, da war ich naemlich in Norwegen und auch da gab es Schnee und es war kalt, genau wie hier. Eins hat sich nicht geaendert: Ich hatte und habe Plaene und Traeume fuer das kommende Jahr.

2015 war eines der ereignisreichsten, aufregendsten Jahre meines Lebens, und wahrscheinlich auch eines der lehrreichsten.

Das erste grosse Ereignis war meine Bachelorarbeit. Ende Februar habe ich sie endlich abgegeben und war zum 1. Maerz exmatrikuliert. Dreieinhalb Jahre meines Lebens abgeschlossen, eine riesige Erleichterung. Mit dem Maerz kam auch der Abschied von meinen beiden Jobs, was mir nicht leicht gefallen ist, weil mir die Arbeit echt Spass gemacht hat.

Fast direkt anschliessend ging es auf die Europa Tour von Tokio Hotel, viele Konzerte, viele Staedte, neue Freunde, alte Freunde, wenig Schlaf und ganz viel Spass. Keine fuenf Tage spaeter sass ich im Flugzeug nach Denver.

Meine Reise habt ihr hier alle sowieso mehr oder weniger verfolgt - von Montreal ueber die Farm in Port Hope, der Roadtrip in den Osten, Kalifornien und die Tokio Hotel Tour, die sich an der Ostkueste in New York bis Philly fortgesetzt hat bis zurueck zur Farm und Montreal und dem darauffolgenden Roadtrip in den Westen, bis wir hier in Jasper gelandet sind. Viele Hindernisse, die es zu ueberwinden gab, viele Enttaeuschungen, aber noch viel mehr Gluecksmomente, unglaubliche Ausblicke, Gelegenheiten etwas ueber mich selbst zu lernen, neue Freunde, alte Freunde, Partynaechte und Naechte unter dem Sternenhimmel. Ich habe das Gefuehl, dass ich in 2015 keine fuenf Minuten still gestanden habe, es gab so etwas wie Alltag nicht, und jeder Tag war ein neues Abenteuer. Ein verruecktes Jahr, was sich 2016 genau so fortsetzen wird.

2015 endet mit Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit. Ich habe seit dem 19. Dezember keinen einzigen freien Tag mehr gehabt, und seit letztem Sonntag arbeite ich zwoelf Stunden taeglich, auch heute noch an Silvester. Den Rest des Abends werde ich aber mit Freunden feiern, who cares, dass wir morgens um 10 Uhr alle arbeiten muessen - wir werden das Jahresende gebuehrend feiern!

2015 war ein besonderes Jahr, ein schoenes Jahr, an welches ich sicher immer gern zurueck denken werde.


Freitag, 25. Dezember 2015

Monat #9: 270 Tage seit dem Abflug

.. oder auch: FROHE WEIHNACHTEN! Ich hoffe, ihr hattet alle ein richtig schoenes Weihnachtsfest mit euren Lieben (der Grossteil wohl im Gruenen, ihr Armen!), habt viel gegessen, gemuetlich beisammen gesessen, in der Vorweihnachtszeit mal einen Gluehwein fuer mich mitgetrunken und die Feiertage gut ueberstanden.

Meine Weihnachtszeit war und ist extrem stressig. Seit letztem Samstag hatte ich keinen einzigen Tag frei, und jetzt hab ich dann auch nur Montag frei, danach geht es direkt weiter. Ich will mich definitiv nicht beschweren - endlich kommt mal Geld rein - aber natuerlich ist es auch schade, weil die Weihnachtszeit eine meiner Lieblingsjahreszeiten ist. Ich vermisse das Essen mit meiner Familie, den Gottesdienst abends um 22 Uhr, Weihnachtsfruehstuecke mit meinen Freunden und allgemein die einzige Zeit im Jahr, die ich mal laenger im Sueden bei meiner Familie verbringe.

Aber ich habe es mir ausgesucht, und dieses Jahr ist alles etwas anders. Am Heiligabend musste ich erst mal arbeiten morgens, ein maessig stressiger Tag. Zur Lunchpause gab es allerdings in unserer staff cafeteria ein komplettes Christmas Dinner, Drei-Gaenge-Menue auch mit vegetarischer Option, serviert von den hoechsten Managern unseres Hotels. Sie haben alles schoen gedeckt und haben uns bedient, wir waren zwar etwas fehl am Platz in unserer Housekeeping Uniform, aber es war eine sehr schoene Geste und das Essen war natuerlich sowieso super lecker! Abends bin ich mit Charlotte zusammen in die Kirche gefahren, weil das fuer uns zu Weihnachten dazu gehoert. Wir waren in der Jasper Park Baptist Church, oder Little White Church of the Rockies - wir hatten mehrere verschiedene Gottesdienste zur Auswahl, und der baptistische hat sowohl zeitlich als auch konfessionell dann am besten gepasst. Es war sehr schoen, der Pastor war super nett und sie hatten sehr weihnachtliche Musik ausgewaehlt - wenn ich vorher nicht schon in Weihnachtsstimmung gewesen waere, dann spaetestens dann.

Nach dem Gottesdienst haben wir in einem Restaurant in der Stadt ein paar Freunde getroffen, um zu Abend zu essen. Fast alles war geschlossen, Heiligabend interessiert hier auch nicht so richtig jemanden, aber wir hatten einen sehr schoenen Abend und sassen danach noch in unserem Zimmer bei ein paar Glaesern Wein zusammen.

Morgens mussten wir frueh aufstehen - Ash, unsere australische Freundin, wollte ein Christmas Breakfast mit ein paar Maedels machen. In ihrer Familie gibt es die Tradition, morgens Hot Chocolate mit Baileys zu trinken, und trotz Arbeit haben wir das alle auch mitgemacht - sehr lecker. Die Gaeste sind wenigstens alle gut gelaunt ueber Weihnachten, lassen uns kleine Geschenke in Form von Schokolade da und auch das Trinkgeld ist besser als sonst. Weniger Spass macht es, bei -25 Grad ueber das Gelaende zu laufen um abends den Turndown Service zu machen, ich habe die gesame Woche die Spaetschicht und muss da durch die Kaelte. So werde ich also die letzten Tage in 2015 verbringen - auf der Arbeit!

Ich hoffe, ihr hattet alle ein wunderschoenes Weihnachtsfest mit euren Lieben!















Das Toilettenschild in der Kirche

Baileys und heisse Schokolade am Weihnachtsmorgen



Der Lunch in der Cafeteria

Abendessen im Restaurant 'Something Else'

Weihnachtsfruehstueck


Das Dessert beim Lunch in der Cafeteria
Wir haben zwar keinen Weihnachtsbaum, fast alle Gaeste aber - die sehn wir dann den ganzen Tag