Dienstag, 23. Juni 2015

Bonne fête nationale du Québec!

Heute feiern wir hier in Québec den Nationalfeiertag - offiziell ist Québec zwar keine Nation, aber das sehen die Leute hier anders, deshalb feiern sie ihr 'Land' (offiziell Provinz) am 24. Juni und nicht wie der Rest von Kanada am Canada Day am 1. Juli. Aber dazu später.

Wir sind im Endeffekt dann doch noch eine Nacht länger in Montréal geblieben, weil das Wetter so schön war und wir keine Lust hatten loszufahren. Sonntags ging es dann aber wirklich los, und zwar in den Nationalpark La Mauricie. Ich bin mittlerweile im Besitz eines Nationalparkpasses, so dass ich in die meisten Parks kostenlos reinkomme. Dieser Park jedenfalls war toll - beeindruckende Täler, Wasserfälle und Natur pur. Kaum Menschen. Umso mehr Mosquitos. Abends sind wir dann runter nach Trois-Rivière gefahren, wo wir auf dem Walmart Parkplatz gecampt und gekocht haben.

Montags ging es nach Québec City, der Hauptstadt von Québec (allerdings viel kleiner als Montréal). Zuerst sind wir zu den Montmorency Falls gefahren und dabei sehr nass geworden, danach haben wir uns zum Trocknen in einen Park in die Sonne gelegt. Gegen Abend sind wir dann zu Joé gefahren, unserem Host für die paar Tage. Er war direkt super nett, hat uns mit ein paar Dosen Bier mit aufs Dach genommen und da saßen wir dann - teilweise mit einer Freundin noch. Das Dach ist eigentlich nicht für Personen drauf gemacht, aber so cool, ich bin echt neidisch! Danach sind wir zu dem Radiostudio gelaufen, wo er montags abends eine Radiosendung macht. Da waren eine Menge verrückter Leute, von deren Französisch ich nur die Hälfte verstanden habe (das lag nicht an meinen Sprachkenntnissen, sondern es hat anscheinend wirklich nicht viel Sinn gemacht). Und noch mehr Bier. Super lustig! Als Joé seine Sendung gemacht hat, wollte er Cassy und mich interviewen - mit den Fragen auf Französisch, die Antworten auf Deutsch. Ich habe für euch mal den Link, keine Sorge wenn ihr kein Französisch versteht, das tut Cassy auch nicht - dementsprechend lustig sind alleine unsere Antworten schon.
Hier geht es bei ca 13:30 los (ging ein paar Minuten, vier Mal kommen wir dran auf jeden Fall):
http://media.chyz.ca/wp-content/uploads/2015/06/2015_06_22_les-chiens-de-schrodinger_chyz943_apZyWMpiXN.mp3

Sagt mir mal was ihr von unserem Auftritt so haltet!

Dienstags hat es in Strömen geregnet, weshalb unser Sightseeing mehr so halbherzig ausfiel, aber abends war es dann schön und das große Straßenfest für Saint Jean Baptiste, der oben genannte Nationalfeiertag, begann. Wir saßen stundenlang vor der Bühne und haben den französischen Bands zugehört, richtig cool, ich liebe sowas! Heute geht es jetzt los Richtung Gaspésie.

Samstag, 20. Juni 2015

Lieblingsstadt

Montréal - mal wieder. Die letzten Tage hier in Montréal haben mir mal wieder gezeigt, warum ich die Stadt so liebe. Ich möchte am liebsten gar nicht wirklich weg (was nicht stimmt, ich möchte unbedingt weiterreisen und freue mich total drauf, aber ich komme ja sowieso immer zurück). Nach den ersten beiden etwas verregneten Tagen, die wir mit einem Abstecher für eine Poutine bei La Banquise, Shopping, Ölwechsel und das Olympiastadion genutzt haben, wurde es so richtig schön hier. Da Cassy noch nie hier war, habe ich ihr mal alle meine Lieblingsplätze gezeigt - Mont Royal, Parc Jean-Drapeau, den alten Hafen.. Auf dem Mont Royal waren wir auch noch mal bei Nacht, was leider in einem Regenschauer geendet hat, aber es hat sich gelohnt. Wir waren auch auf der Formel 1 Strecke von Montréal, wo letzte Woche noch Vettel & Co durch die Gegend gerast sind. Die ist hier offen und man kann sie mit Fahrrad, Inlineskates oder sonstigen Gefährten nutzen. Total cool, ich war dort schon mit dem Segway unterwegs, aber dieses Mal sind wir zu Fuß gegangen. 

Mittwochs waren wir mit Tim (wer sich nicht erinnert wer das ist, einfach mal zum letzten Montréal Eintrag zurück scrollen) und einer Freundin von ihm, Brittany, essen und danach bei Francopholies. Das ist ein ziemlich großes französisches Musikfestival mit sieben Bühnen am Place des Arts. Französische Bands sind gewöhnungsbedürftig, aber es waren ein paar coole dabei. Nur in Kanada kann man innerhalb von drei Minuten eine Menge dazu bringen von "fuck da police" Rufen zum größten grouphug der Welt zu wechseln. Freitags war ich für ein touch-up bei meinem Tätowierer (der Sänger, ihr erinnert euch) und Cassy hat sich direkt was stechen lassen.

Abends ging es dann ins Village - eines der größten Schwulenviertel Nordamerikas. Mit David zusammen waren wir im Sky Pub, wo ich irgendwie fast immer lande wenn ich in Montréal bin, und wir hatten einen richtig guten Abend mit eventuell einem kleinen bisschen zu viel Alkohol.

Heute geht es dann los mit der Reise Richtung Osten! Eventuell teilweise kein Internet, mal sehen. Den Nationalfeiertag von Québec werden wir am Mittwoch auf jeden Fall in der Hauptstadt Québec City verbringen, wir sind sehr gespannt!

Liebe Grüße an euch alle!


Samstag, 13. Juni 2015

In der Wildnis und der Hauptstadt

Guten Morgen aus Ottawa! Eine Woche ist es her, dass ich geschrieben habe. Wir sind direkt in das Land o'Lakes gefahren, ein Bereich im Hinterland von Ontario mit 5000 Seen und so abgelegen mit wenigen Dörfern, dass sogar viele Kanadier keine Ahnung hatten wovon wir reden. Zuerst waren wir trotz Nieselregen im Bon Echo Provincial Park mit dem Marzinaw Rock, lauter beeindruckende Natur. So ging es auch den ganzen Tag weiter, Seen, kleine Straßen, kein Mensch weit und breit. Nachmittags kamen wir beim Dark Sky Reserve in North Frontenac an, wo wir unser Lager auf einem Parkplatz neben der Straße aufgeschlagen haben. Wir haben vorher noch nicht im Van geschlafen, deshalb mussten wir da erst mal alles organisieren. Auf unserem neuen Campingkocher haben wir dann erst mal Grilled Cheese Sandwiches gemacht. Die Gegend dort ist eine der dunkelsten Gegenden Ontarios, wo man noch den ursprünglichen Sternenhimmel wie vor 300 Jahren sehen kann, und glücklicherweise ist gegen 23 Uhr dann auch wirklich die Wolkendecke aufgerissen und wir hatten einen atemberaubenden Blick auf die Sterne. Echt wahnsinnig toll! Dazu kaumen lauter Sternschnuppen und eine Menge Glühwürmchen. Koyotengeheul ganz in der Nähe und Mosquitos haben uns dann zurück ins Auto vertrieben - Koyoten greifen zwar normalerweise keine Menschen an, Mosquitos aber schon. Morgens hat ein Kanadier sich direkt erkundigt ob es uns gut geht, er war am Vortag schon vorbei gefahren und hatte das Auto gesehn.

Durch die weitere Seenlandschaft ging es dann nach Kingston zu Matt, unserem Couchsurfing Host. Wir sind in strömendem Regen angekommen und haben ihn, seine Kinder Leighton und Levon (4 und 6 Jahre) und sein zwei Monate altes Kätzchen Zero kennen gelernt. Die Katze war super, die Kinder laut und Matt sehr nett. Abends saßen wir mit ihm mit kanadischem Whiskey im Wohnzimmer, ansonsten haben wir mit der Katze gespielt oder die Kinder versucht von Unsinn abzuhalten. Morgens ging es downtown - Zeit für einen Friseurbesuch und einer radikalen Veränderung bei Cassy, einer kleinen auch bei mir. Am Lake Ontario sind dann Wolken aufgezogen, so dass wir zurück zu Matt sind.

Donnerstags waren wir ganz froh, den lauten Kindern entfliehen zu können in Richtung Gananoque und 1000 Islands. In dieser Gegend sind ca 1800 Inseln auf dem St. Lawrence River und es war wirklich toll, ich war vor 7 Jahren schon mal da. Später ging es dann nach Ottawa zu Judith und Hugh, unseren nächsten Couchsurfing Hosts. Die beiden sind in unserem Alter und haben eine winzig kleine aber zentral gelegene Wohnung. Beide total lieb!

Freitags hat es so richtig geregnet und dadurch wirkte Ottawa recht grau. Es ist die Hauptstadt von Kanada aber eigentlich eher klein. Wir sind dann zu einer Senatssitzung gegangen, wo die Abgeordneten diskutiert und sich angeschrien haben - sehr interessant. Samstags war das Wetter dagegen wunderschön und die beiden haben uns ihre Fahrräder geliehen, so dass wir die Stadt so erkunden konnten. Nach einem kurzen Abstecher ins Regierungsviertel sind wir auf die andere Seite des Ottawa Rivers nach Gatineau gefahren, was zu Québec gehört. Dort sind wir durch wunderschöne Parks gefahren, haben am Wasser gesessen und sind letztendlich über eine andere Brücke nach Westboro gefahren, wo es einen Strand gibt. Nach einiger Zeit dort ging es weiter zum Westboro Street Festival wo Musik und Buden auf der Straße waren, total cool. Auf der anderen Seite des Ottawa Rivers war deutlich mehr los und nach einem Abstecher zu den Ottawa Locks (sehr altes Schleusensystem) und ein paar Beaver Tails auf dem Bymarket haben wir uns inklusive Sonnenbrand wieder auf den Weg nach Hause gemacht.

Jetzt geht es zu meiner Gastfamilie und dann zu David nach Montréal, also quasi nach Hause!

Sonntag, 7. Juni 2015

Pferde, Pferde und noch mehr Pferde

Letzte Woche Dienstag haben Cassy und ich uns von Lin und allen Tieren verabschiedet (ein paar der Fotos sind noch von dort) und haben uns auf den Weg nach Peterborough gemacht. Dort im Hinterland wohnt Rosemarie mit ihrem Mann Keith. Sie haben wir vor ein paar Wochen bei Lin kennen gelernt und sie hat uns eingeladen, für eine Woche zu ihr zu kommen.

Sie wohnt auf einer riesigen Farm mit sieben Katzen und neun Pferden, davon drei Ponys, dazu einige Hühner. Cassy und ich haben die Haushälfte bekommen, wo früher ihre Mutter gewohnt hat - inklusive eigener Küche und Bad. Dazu hat sie uns alles eingekauft, worum wir sie gebeten haben.

Tagsüber haben wir immer den Stall und die Paddocks gesäubert, im Garten gearbeitet oder was sonst so anstand erledigt. Abends konnten wir immer reiten (an Tagen wie gestern sogar zwei Mal - ein Mal auf dem Platz und dann noch ausreiten), was natürlich traumhaft für mich war. Wir sind immer auf den beiden wunderschönen Stuten Pearl und Gemma geritten. Am Donnerstag hat Rosemarie uns mitgenommen in die Klinik, in der sie arbeitet und wir haben zugeschaut wie sie einen Hund und eine Hündin kastriert bzw sterilisiert hat. Richtig spannend. Danach haben wir sie noch zu einem Gestüt begleitet, wo sie an den Pferden Akupunktur und Chiropraktik ausgeführt hat.. total cool! Keith hat uns tagsüber meistens mit Verschwörungstheorien und sonstigen Dingen von der Arbeit abgehalten, und war immer für eine Tasse Tee zu haben. Er hat uns gestern auf seinem Pick Up Truck mitgenommen - hinten auf der Ladefläche natürlich. Wollte ich schon immer mal machen! Wir standen auf der Ladefläche und sind die Trails abgefahren um nach einem kaputten Stück seines Traktors zu suchen - leider ohne Erfolg, Spaß hatten wir trotzdem.

Der ungeplante Abstecher hierher hat sich total gelohnt, jeden Tag zu reiten war super und sowohl Rosemarie als auch Keith waren richtig lieb. Jetzt geht es gemeinsam mit Cassy auf Reisen - wohl noch länger als geplant, bis Mitte Juli wie es aussieht.

Ich melde mich :)